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R 1b: Blended Learning als Angebotsform in Aus- und Weiterbildung

Mit der Entwicklung und Verbreitung des Internets hat sich in den vergangenen Jahren vieles geändert. Im Alltag sind zunehmend digitale Medien präsent: Informationen werden im Internet am PC recherchiert, Apps werden auf Smartphones geladen und genutzt, Videos werden unterwegs auf Tablets angeschaut usw. Überall und jeder Zeit greifen Menschen auf Daten zu. Für Jugendliche und junge Erwachsene gilt das im besonderen Maße. Das ist selbstverständlich auch in der beruflichen Bildung der Fall.

Neue Medien gehören daher heute in die berufliche Bildung. Das ist eine Binsenweisheit, der bisher allerdings in vielen Einrichtungen der beruflichen Bildung oftmals der Nachweis fehlt, wie der Blick in die Praxis beruflicher Aus- und Weiterbildung zeigt: Die Integration Neuer Medien ist kein Selbstläufer. Von vielen Lehrkräften wird das Thema einfach ignoriert, von anderen wird ein frühes Scheitern riskiert, wenn die beeindruckenden technischen Möglichkeiten der Neuen Medien den zentralen Maßstab für deren Berücksichtigung bilden und zu viel auf einmal erreicht werden soll.

Auch die Qualifizierung zu Brennstoffzellen-Heizgeräten erfolgt Theorie geleitet. Damit das so auch bei der Integration Neuer Medien in das Blended Learning Ausbildungsangebot zu Brennstoffzellen-Heizgeräten gelingt, bedarf es nicht nur der Kenntnis der mit den Neuen Medien verbundenen Möglichkeiten, sondern auch des Erwerbs von Medienkompetenzen. In diesem Sinne wurde das Thema in FCCHP angegangen und entsprechend entfaltet.

Die Bezeichnung Neue Medien findet Verwendung, wenn Daten in digitaler Form übermittelt oder in dieser Form auf sie zugegriffen werden. Der Begriff steht im Kontext mit Multimedia und Internet. Als Multimedia sind Medien gemeint, die digital aus Texten, Bildern, Grafiken, Animationen, Videos bestehen. Durch Multimedia werden grundsätzlich Sinne wie Hören und Sehen angesprochen. Daten in multimedialer Form werden meistens im Internet angeboten. Geschieht das ausschließlich, wird von E-Learning gesprochen. Das ist ein Lernen, bei dem für die Präsentation elektronische, digitale Medien Verwendung finden. Dieses Online-Lernen ist auf Technik angewiesen, die allen Beteiligten zur Verfügung stehen und von ihnen auch beherrscht werden muss. Sie ermöglicht es den Lernenden, zeitlich und räumlich eigenständig zu werden – auch vom Lehrer. Für E-Learning bieten sich entsprechende Einsatzbereiche an, die aber nur in ausgewählten Fällen die alleinige Lernform darstellen (sollten). Wird eine Verbindung zwischen der Qualifizierung vor Ort und dem E-Learning hergestellt, wird von Blended Learning gesprochen. Der Begriff steht für gemischtes, integriertes Lernen. Damit werden die Vorteile zweier Lernformen verknüpft: Einerseits das Angebot von Inhalten und Themen, mit denen sich die Lernenden jederzeit und überall selbst organisiert aktiv auseinandersetzen können. Andererseits wird ein Austausch und die Anwendung von Wissen und Kenntnissen in den gemeinsamen Präsenztagen vorgenommen. Zu Blended Learning heißt es in der Literatur, dass es sich dabei „um ein integriertes Lernkonzept (handelt), das die heute verfügbaren Möglichkeiten der Vernetzung über Internet oder Intranet in Verbindung mit ‚klassischen’ Lernmethoden und -medien in einem sinnvollen Lernarrangement optimal nutzt. Es ermöglicht Lernen, Kommunizieren, Informieren und Wissensmanagement, losgelöst von Ort und Zeit in Kombination mit Erfahrungsaustausch, Rollenspiel und persönlichen Begegnungen im klassischen Präsenztraining“ (Sauter und Bender. 2004, S. 68).

Blended Learning bietet hinsichtlich der Lernorte, der Sozialformen, der Methoden und der Relationen von Online-Lernen und Präsenzvermittlung einen großen Spielraum, um den gegebenen Anforderungen, Voraussetzungen und Bedingungen in der beruflichen Bildung spezifisch zu entsprechen.

In FCCHP-Future werden Blended-Learning-Seminare angeboten, die aus zwei Modulen zum Online-Lernen und einer Präsenzphase bestehen. Das Blended Learning-Konzept sieht wie folgt aus:

 

Blended Learning-Konzept in FCCHP (Beispiel)

Mit Blended Learning sind eine Reihe von Vorteilen verbunden wie: Teilnehmer am Angebot können den E-Learning-Teil unabhängig von Zeit- und Ortsvorgaben selbst bestimmt lernen. Und: Die Teilnehmer kommen mit einem vergleichbaren Wissen zum Präsenztermin.